Heiße Luft aus Buenos Aires

12.11.2011. Die Ring-Tetralogie, geschrumpft von Katharina Wagner auf einen Abend. Weltpremiere am 27. November 2012 in Buenos Aires.

http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-05/wagner-ring-buenos-aires

Bearbeiter Cordt Garben: „Wozu drei Schmiedelieder im Siegfried, wenn es auch eines tut, wozu Erda im Rheingold oder die Nornen in der Götterdämmerung, wenn die Handlung sie faktisch nicht braucht?“

http://www.transopera.transrueda.net/

Zitat von Katharina Wagner: „Der Punkt ist, es wird beim ‚Ring‘ ja ganz oft wiederholt, was davor war, was davor war, was war davor. Und an einem Tag braucht man, glaube ich,  diese wiederholenden Momente wirklich nicht. Und dadurch verdichtet es sich einfach, und es wird eben sehr spannend. Also, es reizt mich wirklich.

Weil es auch musikalisch von den Übergängen so arrangiert ist, dass man gar nicht das Gefühl hat, dass etwas fehlt.“

Na ja, sie hat den Ring halt nicht verstanden. Die Anspielungen auf Vergangenheit und Gegenwart sind keine Wiederholungen, vor allem nicht musikalisch, sondern Fortentwicklungen von Ideen.

Nachdem die Kinderopern am Grünen Hügel bereits die Wagnerwerke mit der groben Heckenschere zurechtgestutzt und verstümmelt  haben, müssen die Argentinier jetzt einen zusammengedampften Ring anschauen.

Das ist der erste große Eingriff in das Notenbild.

Eine Perspektive für die Zukunft. Denn bei den überlangen Wagneropern langweilt sich nicht nur Katharina.

Man kann viel Zeit und Geld sparen, wenn man Tannhäuser und Lohengrin kürzt  und  nacheinander an einem  einzigen Abend zeigt. Und auch alles andere.

Buenos Aires –  viel heiße Luft, viel Lärm um Nichts.

Und exportierbar nach Bayreuth.  Die wegen der wilden Action in Südamerika gekürzten Stellen kann man am Grünen Hügel auch konzertant zeigen.

Mal was ganz Neues.

Warum eigentlich noch Frank Castorf, der ja auch gern die Stücke zu Kleinholz verarbeitet?

https://btpersp.wordpress.com/2011/07/24/frank-castorf-als-ring-regisseur/

Die Kontrollorgane – Stiftungsrat, Verwaltungsrat – schweigen dazu. Alles bleibt so, wie es ist.

 

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