Der hässliche Wahnfried-Skandal

29.4.12. Der Rückzug Richard Wagners in die fränkische Provinz war eine Absage an die Hektik der Großstädte. Er wollte Stille. Meditation. Konzentration auf das Innenleben seiner Werke.

Aber keine Unruhe, keinen lautstarken Rummel um Besucher und zahlungskräftige Touristen.

Vor allem nicht an seinem Grab.

Nach der wilden Baumfäll-Aktion im Wahnfried-Garten, Anfang März 2012, stellt sich die Frage nach den Hintergründen der Kulturschande: Waldfrevel. Kahlschlag. Verwüstung.

Eine sachgemäße Waldbewirtschaftung sieht anders aus.

Fällig wäre jetzt ein saftiges Bußgeld und eine Terminsetzung, um die Pflicht der Wiederaufforstung zu erfüllen.

In den umliegenden Wäldern kann man vergleichbare Bäume mit dem Wurzelwerk vorsichtig ausgraben, um den vorherigen Zustand annähernd wieder herzustellen.

Am 24.04.2012 fiel der schädliche Beschluss des Stadtrats,  das Neubauprojekt einfach fortzusetzen, bei einer einzigen Gegenstimme. Ignoriert wurden alle Einwände, Widersprüche, berechtigte Argumente

Vor drei Jahren klang das ganz anders:

http://www.bayreuth-mittendrin.de/files/0043033966ed85fc1ff6c7f2ab7dac38-44.html

Zitat vom  16. 8. 2009: „Wahnwitziges um Wahnfried.

Die Bayreuther Gemeinschaft hat nun ihre Bedenken gegen das aufwändige Prestigeobjekt angemeldet. …

„Gerade diese Einheit von Villa, Wahnfriedgarten und Hofgarten erscheint uns durch den Neubau gefährdet“, so Bernd Mayer und Brigitte Merk-Erbe.“ Zitat Ende.

Brigitte Merk-Erbe hat es geschafft: Am 1. Mai, beginnt die offizielle Amtszeit der neuen Oberbürgermeisterin. Seit vielen Jahren wirkt sie bei den Beschlüssen des Stadtrats mit, auch bei den Fehlentscheidungen.

Für die Aktionen im Wahnfried-Garten hat auch sie mit Ja gestimmt.  Hat sie sich darüber gründlich informiert ? Kann sie jetzt noch eine Wende herbeiführen? Sie handelt ja nicht allein.  Im Hintergrund wirken noch ganz andere Kräfte.

An dem Millionenprojekt verdienen viele. Die Baufirmen. Und auch andere, die für Beratungsgebühren, Genehmigungsgebühren kassieren. Manche stecken auch „Provisionen“ ein, deren Zahlung der Bundesrechnungshof erst kürzlich beanstandet hat. Der Kuchen wird  verteilt und die zukünftigen Belastungen bleiben, für die steuerzahlende Allgemeinheit.

Die Verantwortlichen stützen sich auf nebulöse, sogar falsche Wachstumsprognosen mit gewaltigen Einnahmen, die jedoch unberechenbar sind wie die Wettervorhersage oder ein Lotteriespiel.

Nichts davon muss eintreffen, wenn das investierte Geld erst einmal weg ist.

Von modernem Management scheint niemand Ahnung zu haben. Good Governance – „Gute Betriebsführung“  sieht anders aus.

Compliance, die Einhaltung von Regeln und Gesetzen, umfasst die Beachtung von Stiftungsrecht,  Arbeitsrecht, Vergaberecht, Vertragsklauseln,  öffentlichen Ausschreibungen und dergleichen.

Beim Wahnfried-Garten zielt  die Hoffnung auf viel zusätzliches Geld für die Stadtkasse. Aber die zukünftigen Wahnfried-Besucher werden es nicht bringen.

Die Prognosen sind illusionäre, leichtsinnige Wunschträume. Es gibt kein Rezept, um dort einen großen Andrang zu schaffen.

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1313443/details_8.htm

Zitat: „Eine interne Studie der Stadtverwaltung geht von 400.000 Euro Defizit pro Jahr beim Wagner-Museum aus.“

Weitere Informationen gibt es hier:

https://btpersp.wordpress.com/2012/04/06/abgehackt-und-abgeraumt/

.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 06. Hier sitz ich zur Wacht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.