Abgehackt und abgeräumt – mit Fotos vom Tatort

4.4.12. Vier Tage vor Ostern. Auch auf der Durchreise gibt es in Bayreuth immer viel zu anzuschauen. Der Wahnfried-Garten sieht in der Wirklichkeit noch schlimmer aus als auf den bisherigen Fotos. Westlich vom Wagner-Grab sind die meisten  Bäume und Sträucher weg gehauen. Man hat dort freien Blick auf die Nachbargrundstücke.

Städtische Gärtner waren gerade mit den traurigen Überresten der „Rasenpflege“ beschäftigt, und es war angenehm, mit ihnen offen über die Situation zu sprechen. Glaubwürdiger Originalton: „Wir können nichts dafür. Das haben andere entschieden.“

Nur gleich um die Ecke herum, im Liszt-Museum, herrschte vornehme Zurückhaltung. Über den Komponisten konnte man problemlos reden, aber die unsinnige Bauplanung im benachbarten Wahnfried-Garten wurde nicht kommentiert.
Die gepflegte Liszt-Ausstellung umfasst nur eine Etage, aber das Gebäude hat noch viel mehr Räume. Genauso wie das nahe Jean-Paul-Museum.
Doch die Museumsleitung will sich unbedingt ein zusätzliches Denkmal setzen, einen hässlichen modernen Neubau, mitten auf dem weltberühmten Wahnfried-Grundstück. Dort gibt es immer noch Richard Wagners Wohnhaus und seinen  Privatfriedhof. Ein einmaliges Landschafts-Ensemble, das keine rücksichtslosen Experimente verträgt.

Im Mai sollen sogar Bagger rollen, um eine große Baugrube auszuheben. Die Bürokraten und die Bau-Industrie wollen sich breit machen,  ohne jede Sensibilität. Das darf gar nicht sein, weil die gerichtlichen Klagen der Nachbarn noch völlig ungeklärt sind und die Stadt die Folgekosten noch genauer prüfen will.

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1312981/details_8.htm

Zitat: „Auf dem Weg zum neuen Richard-Wagner-Museum ist offenbar viel Zeit verschenkt worden. Wie der Kurier erfuhr, ist das Unternehmen, das die neue Dauerausstellung konzipieren sollte, im Sommer 2011 von den Aufträgen entbunden worden.
Das Münchner Museumsatelier Hackel hatte im Rahmen eines Wettbewerbs den Auftrag bekommen, die Ausstellung im Richard-Wagner-Museum neu zu gestalten. „Die Arbeit verlief Hand in Hand mit Museumsleiter Sven Friedrich“, so Hackel. „Er sollte sich um die Inhalte kümmern, ich um die Gestaltung.“ Seinen Teil der Arbeit habe er wie vereinbart abgeliefert – „zumindest, so weit dies möglich ist, wenn die Inhalte nicht feststehen“.
Vergangenen Sommer sei er dann von seinen Aufgaben entbunden worden – die geleistete Arbeit war vergebens. Als Ursache vermute er eine Intrige der Museumsleitung und dem Berliner Architekturbüro Staab, das – wiederum in einem Wettbewerb – 2010 den Auftrag erhielt, den Erweiterungsbau des Museums zu planen.

Der ursprüngliche Eröffnungstermin zur Festspielzeit 2013 sei schon zu dem Zeitpunkt nicht mehr zu halten gewesen, als der Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde. Hackel: „Das war schon damals nicht mehr zu schaffen. Da wurde unglaublich viel Zeit verschenkt. “

„Es trifft zu, dass es einen Wechsel gegeben hat“, sagt Bayreuths Sozial- und Kulturreferent Carsten Hillgruber auf Anfrage. „Mit Blick auf die betroffenen Interessen Dritter werden wir dazu keine weiteren Angaben machen.“
Die Bitte um eine Stellungnahme an Museumsdirektor Sven Friedrich blieb unbeantwortet. Er befindet sich derzeit im Krankenstand.“

Zitat Ende. Seltsame Geschichten. Geheimniskrämerei. Mangelnde Transparenz.

Aber es bleibt dabei: Verantwortlicher Projektleiter für den überflüssigen, steuerverschwendenden Wahnfried-Neubau ist Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich. Er ist Angestellter der Stadt und kann jederzeit von seinem Posten abgelöst, versetzt und ersetzt werden.

Einfache Möglichkeiten, um die geplante Steuerverschwendung von 15 Millionen Euro  zu vermeiden und durch kostengünstige Lösungen zu  ersetzen, findet  man auf einem kurzen Rundgang, nur vierhundert Meter lang, dokumentiert durch die nachstehenden Fotos:

Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden:

.

.

.

.

Links im Hintergrund ist Richard Wagners Grab. Rechts wurden Bäume und Sträucher entfernt, um Platz für einen überflüssigen Neubau zu schaffen, obwohl in unmittelbar Nähe noch ganz andere Alternativen existieren.

Dank des kulturlosen Kahlschlags hat man jetzt einen freien Blick auf die Nachbargrundstücke – das gab es noch nie !

.

.

.

Ein trostloser Anblick, noch gruseliger, wenn man sich auf dem radikalen Kahlschlag der Grünfläche einen hässlichen Neubau vorstellt.

.

.

.

.

.

Richard Wagners Grab. Hier hat man die Sträucher bisher  nicht entfernt. Noch nicht !

.

.

.

.

Im benachbarten Liszt-Museum wird nur das Erdgeschoss genutzt. Hier ist noch Platz für die Museumsleitung !

.

.

.

Links sieht man das zusätzlich für die langweilige Bürokratie  nutzbare Liszt-Museum – und gleich auf der anderen Straßenseite rechts ist der berühmte Siegfried-Bau, den die Museumsleitung aus Bequemlichkeit  nicht frei gibt, obwohl beide Etagen leicht für Ausstellungszwecke hergerichtet werden könnten.

.

.

.

.

Auch im nahen Chamberlain-Haus (Jean-Paul-Museum) ist noch viel Platz für die aktenverwaltende Museumsleitung, deren Tätigkeit für die Mehrheit der Stadtbesucher völlig uninteressant ist und an jedem beliebigen Ort stattfinden kann.

.

.

.

Links das Chamberlain-Haus mit freien Räumen. Überall auf dem Nachbargrundstück steht etwas leer und wird nicht genutzt. Alles ist von den Archivaren bequem erreichbar und liegt nur ein paar Meter entfernt von Richard Wagners Wohnhaus (hinten Mitte).

.

.

.

.

Das Wahnfried-Grundstück ist ein empfindliches Landschafts-Ensemble, das vom Komponisten  selbst gestaltet wurde und auf dem alle Flächen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Das zweite Hauptgebäude ist links der Siegfried-Bau, in dem sich die Museumsverwaltung rücksichtslos breit macht und eine sinnvolle Nutzung blockiert.

.

.

.

.

.

Der Siegfried-Bau besteht aus  historisch wertvollen Räumen, die für Ausstellungszwecke genutzt werden können, wenn die Büros der Museumsleitung und das Archiv endlich umziehen in die freien Gebäudeteile  auf dem Nachbargrundstück.

Der Siegfried-Bau ist besonders wichtig, weil hier Winifred Wagner den Massenmörder Adolf Hitler als Gast empfing. Die Räume könnten zumindest teilweise hergerichtet werden für die überfällige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dessen Auftritte in Bayreuth. Dazu gibt es auch zahlreiche Foto-Dokumente.

Das ganze Projekt mit dem überflüssigen Neubau nutzt vor allem  der Bau-Industrie und ihren Nutznießern.  Provisionen, üppige Beratungskosten, sonstige Abzocke – wer alles verdient noch daran?

Wagners Mysterienspiele als ratternde Geldmaschine. Doch das kosmische Mysterium trotzt der ungezügelten Geldgier und wird den erhofften materiellen Erfolg der Kunstbanausen verhindern.

Hier gibt es noch weitere Informationen:

https://btpersp.wordpress.com/2012/03/16/wahnfried-garten-einfach-50-baume-abgehackt/

Andere Impressionen von Bayreuth:

.

.

.

.

.

Idylle am  Markt: Die Außenplätze am Bistro Rossi.

.

.

.

.

Altstadtgasse

.

.

.

Das Festspielhaus im Frühling.

.

.

.

.

Nürnberg, Handwerkerhof

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 02. Der Garten trauert veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.