Ablösungsreife Führungskräfte

22.3.2012. Ein zusätzlicher neuer Geschäftsführer am Grünen Hügel soll die alten Probleme lösen:

http://stateblog.larsen-vefring.de/?p=1291

Zitat: „Den beiden Leiterinnen der Richard-Wagner-Festspiele …  wird so schnell wie möglich ein Kaufmann als dritter Geschäftsführer zur Seite gestellt.“

Der Leiter des Verwaltungsrats, Toni Schmid, meint auch noch: „Ärgerlicherweise glaube dennoch jeder, er könne „Bayreuth nach Belieben herunterschreiben“.

Wenn man argumentative Kritik als „Herunterschreiben“ oder „Schlechtmachen“ bezeichnet, wehrt man sich gegen notwendige Veränderungen.

Immerhin scheint Herr Schmid meinen Blog zu lesen, denn drei seiner Kollegen haben bereits vor einem Jahr wegen ein paar Anfragen mit mir korrespondiert, allerdings mit wenig sinnstiftenden  Worten. Im Münchner Kunstministerium ist man anscheinend besonders unbeweglich.

Toni Schmid in der oben erwähnten Pressemeldung: „Die Situation sei heute mit „Gesellschaftern in Hülle und Fülle“ schwieriger als früher, als ein Mann die Verträge mit sich selbst gemacht und niemand Einblick und Auskunftsrechte gehabt habe.“

Ja, wer hat Wolfgang Wagner denn all diese weitreichenden Rechte eingeräumt? Die Staatsbeamten im Stiftungsrat und andere hochbezahlte „Verantwortliche“.

Den „lebenslangen“ Leitungsvertrag  für den Wagnerenkel hat der damalige Kunstminister Winfried  Zehetmair geschenkt.

Auch manche, die jetzt jammern und klagen, haben zu Lebzeiten Wolfgang Wagners unterwürfig seine Gunst gesucht. Ja-Sager und Trittbrettfahrer, die ihn heute noch bejubeln, obwohl sie hätten erkennen müssen, dass die Ursachen der jetzigen Situation in seiner Zeit entstanden, schon vor vielen Jahren.

Am Grünen Hügel ist man an ernsthaften Reformen nicht interessiert, denn sonst hätte man längst die bisherige Führungsebene abgelöst.

Warum werden keine Details der letzten Verwaltungsratssitzung  bekanntgegeben?

Zitat: „Dies beschloß der Verwaltungsrat der Richard-Wagner-Festspiele auf seiner jüngsten Zusammenkunft in München. Man werde das tun, was in allen anderen Opernhäusern auch üblich sei, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Toni Schmidt gegenüber stateblog.de.

Den Aufsehern sei schon länger klar, daß – so wörtlich – „wir uns auf dem Feld der kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Leitung in Bayreuth verbessern müssen“

Zu den Hauptverantwortlichen gehört  auch Toni Schmid, der Leiter des Verwaltungsrats, dem die Missstände seit Jahren bekannt sind, der an wichtigen Fehlentscheidungen mitgewirkt hat und dem man nicht zutrauen kann, dass ausgerechnet er jetzt den Scherbenhaufen beseitigt.

Zitat von Toni Schmid: „Coaching, Verpflichtung von Beratern und andere Bemühungen um Professionalisierung hätten aber offensichtlich nicht ausgereicht, um den ungemein gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, so daß nun ein dritter Chef installiert werde.“

Der dritte Geschäftsführer – ein Dokument der Hilflosigkeit.

Die beiden Damen sind offensichtlich überfordert, die Probleme zu lösen. Mit einer marktüblichen Abfindung kann man ihre Verträge vorzeitig auflösen und spart zwei laufende Gehälter statt Kosten zu verpulvern für drei vermeintliche Spitzenkräfte !

Toni Schmid: „Frühere Beanstandungen habe man bislang stets zur Zufriedenheit der Rechnungshöfe beantworten können mit der Folge, daß bislang nicht ein einziger Bericht veröffentlicht worden sei.“

Wenn nichts zu beanstanden ist, kann man das auch veröffentlichen. Die steuerbegünstgte Stiftung muss der Öffentlichkeit Auskunft geben.

Die ständige Geheimhaltung schützt lediglich die Schuldigen. Mangelnde Transparenz ist die Hintertür, durch die mancher davonschleicht, in der Hoffnung, unsichtbar zu bleiben.

Zitat: „Den beiden Leiterinnen der Richard-Wagner-Festspiele …  wird so schnell wie möglich ein Kaufmann als dritter Geschäftsführer zur Seite gestellt.“

Es liegen ja nicht nur die kaufmännischen (betriebswirtschaftlichen) Aspekte im Argen, sondern auch die juristischen, organisatorischen und künstlerischen Schwerpunkte.

Gebraucht wird ein Management-Experte, der Erfahrungen mit Consulting (Beratungsaufträgen) hat und praktische, kostengünstige Ideen vorzeigen kann.

Bewerben werde ich mich dafür nicht, denn ich habe in diesem Blog oft schon  leicht realisierbare Problemlösungen  vorgestellt, die entweder ganz heimlich verwirklicht wurden ( z.B. Baustopp am Grünen Hügel) oder deshalb ignoriert wurden, weil der alte Trott und die gewohnten Privilegien gefährdet wurden.

Ein neuer Kopf  bei den Festspielen kann nicht viel erreichen, wenn nicht gleichzeitig ein paar andere gehen.

Weitere Informationen findet man in der Fotogalerie vom 19.4.2011:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/21/traumwetter-in-bayreuth-am-19-4-2011/

.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 06. Hier sitz ich zur Wacht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.