Es regnet Geld

14.10.11. Geldverschwendung und fehlende Kontrolle kultureller Budgets sind auch das Thema  eines Artikels der „Welt“ vom 7.10.11:

http://www.welt.de/kultur/musik/article13644338/Steuergelder-fuer-Tokio-Hotel-und-die-Toten-Hosen.html

Zitat: „Zwei Konzerte der Rockband „Tote Hosen“ zum Beispiel, die mit etwa 22 Millionen verkauften Tonträgern bisher auch ganz gut allein über die Runden gekommen sind, wurden im vergangenen Jahr ebenfalls staatlich gefördert. Für die beiden Auftritte im usbekischen Taschkent und im kasachischen Almaty bewilligte das Auswärtige Amt 68.793 Euro.

Wie viel Geld gibt der deutsche Staat für die Förderung von Musik aus, wofür gibt er es aus, und warum tut er es? …

Die Antwort enthält ein Gewirr von Zuschüssen für Institutionen, Groß- und Klein-, Lang- und Kurzprojekten, Zuwendungen für höchst profitable Gruppen und Verbände und ein Über- und Nebeneinander von Zuständigkeiten …

Eine Oberaufsicht fehlt, der Kulturstaatsminister koordiniert diese Aktivitäten auch nicht. …

Der Bundesrechnungshof hat sich gerade erst mit den Bayreuther Festspielen beschäftigt – vielleicht wird er sich eines Tages auch die deutsche Musikförderung als Ganzes ansehen müssen.“

Zitat Ende. Die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht bei der Verschwendung von Steuergeldern führt zu Haftungsansprüchen des Finanzamts.

Am 12.10.11 beschäftigte sich die „Zeit“ mit Korruption und Untreue:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-10/airberlin-lobbyismus-abgeoordnete

Zitat: „Internationale Gastgeschenke müssen ab einem Wert von 200 Euro gemeldet werden. Zur Zeit ist aber erlaubt, einzelnen Abgeordneten bis zu 10.000 Euro direkt zu spenden, ohne das dies öffentlich bekannt gemacht werden muss. Das kann nicht sein.

Bundesbeamte hingegen können geringfügige Aufmerksamkeiten nur bis zu einem Gegenwert von 25 Euro ohne Genehmigung annehmen. …

In der Wirtschaftswelt sind solche Einflussnahmen weit verbreitet. Eine Debatte über Journalisten-Rabatte ist längst überfällig.“

In der Papier-Ausgabe der „Zeit“ vom 13.10.11 (noch nicht online) liest man:

„Wie Unkraut sprießt Korruption in Wirtschaft und Politik, Gesundheitsindustrie, Hochschulwesen und Sport … Nach den Skandalen der vergangenen Jahre, Schmiergeldzahlungen bei Siemens und MAN, Spitzelaffäre bei der Telekom, Kustreisen auf Firmenkosten bei VW, rüsten Unternehmen auf: … Dazu holen sie sich Spezialisten von außen ins Haus, die mit neutralem Blick die Lage beurteilen. …

Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer zahlte fünf Millionen Euro Schadensersatz an den Konzern; MAN verlangte von Ex-Vorstandschef Hakan Samuelsson exorbitante 237 Millionen Euro.

Weil Unternehmensleiter Aufsichts- und Kontrollpflichten unterliegen, haften sie, wenn kriminelle Geschäfte von Mitarbeitern auffliegen. …

Stuttgart hat ein vierköpfiges Anti-Korruptions-Team, angeführt von Peter Glinder, dem Abteilungsleiter des städtischen Prüfungsamts.“

Stuttgart scheint den Ernst der Lage erkannt zu haben. Andere Städte schnarchen weiter vor sich hin.

„Bargeld lacht und Freikarten winken“

https://btpersp.wordpress.com/2011/09/11/bargeld-lacht/

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