Bayreuths neuer Opernball

1.6.2011. Mittwoch. Zwei knappe Monate vor der Premiere am 25.7.11 gibt es aus Bayreuth keine  Meldungen über strukturelle Reformen, aber viel Gesprächsstoff hinter geschlossenen Türen, der offensichtlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein soll. 

Transparenz  sieht anders aus und ist – eigentlich – Pflichtbestandteil jeder gemeinnützigen Stiftung, die von Steuergeldern lebt und darüber ausführlich Rechenschaft ablegen muss.

Das elitäre Verhalten und die privaten Merkmale eines verschwiegenen Familienbetriebs sind  eigentlich schon seit 1973, seit Gründung der Stiftung,  ausgeschlossen und gefährden das Fundament der steuersparenden Rechtskonstruktion für die Festspiele, die der gesamten Allgemeinheit dienen müssen: 

http://de.wikipedia.org/wiki/Richard-Wagner-Stiftung_Bayreuth 

Immerhin: Alle freuen sich auf den neuen Tannhäuser, diesmal völlig neu erfunden „von Sebastian Baumgarten“.

Und am 5.8.11 gibt es in der Wagnerstadt einen nagelneuen Opernball. München hat das zwar auch, aber dort wird ganzjährig Musiktheater gespielt. Bayreuth glitzert nur fünf Wochen, aber die vielen anreisenden Millionäre sollen ruhig noch mehr Geld in der Stadt lassen. Dafür gibt es Wiener Flair, gleich neben dem Hofgarten. Das bekommt man natürlich nicht umsonst: VIP-Karten im 1. Rang für  500 Euro, Karten im Parkett 400, im Ballsaal 300 Euro.

„Tausend kleine Engel singen“

http://www.youtube.com/watch?v=AH23L0s-YKo

Walzertanzende Paare schweben durch die alte Stadthalle, zu Luxuspreisen, natürlich nur  für Auserwählte, aber  für einen wohltätigen Zweck, der immer noch streng geheim gehalten wird.

Warum eigentlich, wegen des Urheberrechts? Hat man mit dem Ideengeber schon über die Nutzung und Verwertung des Copyrights verhandelt? 

Die  Rätsel der Wagnerwerke und auch der zentralen Ring-Tetralogie im Jubiläumsjahr 2013  kann man nur entschlüsseln, wenn man sich gründlich mit der Mythologie beschäftigt, mit der archaischen Bildersprache des Symbolismus, außerdem mit der Psychoanalyse und den Geheimnissen des Unterbewussteins, mit mittelalterlicher Philosophie, mit Allegorien und Metaphern.

Doch auch davon hört man nichts, aus Bayreuth.

Sandor Konya, eine ungarische Filmaufnahme von 1958: 

http://www.youtube.com/watch?v=tB9TjEjiszM

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