Die Symbolik der mittelalterlichen Kathedralen

Die Steinmetze des Mittelalters wurden berühmt durch die himmelstürmenden Kathedralen, deren Überfülle an Zeichen und Formen das große geistige Gebäude des „Himmlischen Jerusalems“ symbolisieren sollte, die selige Zeit nach der Apokalypse, wenn die „Auserwählten“ in direkter Gemeinschaft mit Gott leben.

Diese Prinzipien sind zentrales Thema der Freimaurer, deren beste Köpfe in 33 Graden zur höchsten Stufe der Erkenntnis aufsteigen können, nach einer langen Lebenswanderung voller Prüfungen.

Eine derartige Lebenwanderung ist auch Richard Wagners Dauerthema. Die spätere Holländer-Fassung endet mit einem Erlösungmotiv, auch der Pilgerchor im Tannhäuser-Finale. Lohengrin kehrt zurück zum „Tempel der Eingeweihten“. Stolzings siegreiches Preislied beschwört einen Paradiesgarten. Isoldes Liebestod endet mit der ersehnten Auflösung im Weltall. Selbst im zusammenkrachenden Walhall erklingt ein hymnisches Motiv, die Vision einer Welt ohne Mord und Totschlag. Und Parsifal erreicht nach langen Irrfahrten die Stufe der höchsten Erleuchtung als Gralskönig.

Diese Thematik ist schon seit Jahrhunderten das zentrale „Gewerk“ der Freimaurer, zu denen auch heute sehr reiche und mächtige Menschen gehören. In den Meistersingern und im Parsifal (Gralstempel, Initiationsfeier) hat Wagner sogar deren spezielle Symbolik verwendet. Zu den versteckten Anspielungen auf freimaurerische Einweisungsrituale in den Meistersingern folgen hier nur ein paar Stichworte:

Die ersten Aufnahme-Grade der Freimaurer heißen Lehrling und Geselle – wie beim David in der Schusterstube. Diese unteren Einweihungsgrade heißen bei den Freimaurern auch die „Johannisgrade“. Johannes der Täufer war Schutzherr der Bauleute, die auch die himmelstürmenden mittelalterlichen Kathedralen bauten. Der fliederduftende Johannistag am 24. Juni ist – weltweit – ein wichtiger Feiertag der Freimaurer und der förmliche Gründungstag ihrer ersten Londoner Loge am 24.06.1717.

Der Johannistag ist auch der Festtag und zeitliche Höhepunkt von Wagners Meistersingern. Auch die verzwickte „Tabulatur“ von Fritz Kothner ist eine Anspielung auf die komplexe Einweihung der Logen-Neulinge in das „alte Wissen“, das hinführt zur höchsten Stufe der Erleuchtung, der Vision vom Paradiesgarten in Stolzings Preislied.

Als Richard Wagner in Bayreuth auftauchte, hat der Logenmeister und reiche Bankier Friedrich Feustel rasch seine Freundschaft gesucht und dafür gesorgt, dass er auf zwei städtischen Grundstücken „für die Ewigkeit“ bauen konnte.

Wahnfried liegt nur ein paar Meter vom Freimaurergebäude entfernt. Dass auch das Komponistengrab dort blieb, also ganz in der Nähe, dürfte auch kein Zufall sein. Sie nennen sich „Eleusis zu Verschwiegenheit“, und sie sind so verschwiegen, dass selbst der schlaue Wolfgang Wagner wohl nie erkannt hat, wer da neben seinem Elternhaus residiert.

Genau in diese geistige Welt taucht ein Buch von Dan Brown ein, das allerdings nur in Washington spielt und mittlerweile verfilmt wird.

Das Buch enthüllt  die inneren Mechanismen und die Rätselsprache der Zeichen und Formen. 

Hier kann man mehr darüber lesen:
 
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_verlorene_Symbol

Hier ein Hinweis auf die aufwändige  Verfilmung, die zur Zeit entsteht:

http://www.moviejones.de/filme-2792/dan-brown/lost-symbol.html

In dem Buch kann man eine Menge über die universale Symboldeutung lernen und auch die Meisterwerke des Parsifal-Komponisten besser verstehen.

Aber man begreift auch die tiefere Bedeutung wichtiger Gebäude und „Heiliger Orte“, die niemand frevelnd beschädigen sollte.

Dazu gehört auch der Wahnfried-Garten mit Richard Wagners Grab.

Hier erfährt man etwas mehr über die Ursprünge dieses Denkens im Alten Testament:

https://btpersp.wordpress.com/2011/01/18/einen-saal-seh-ich-heller-als-die-sonne/

Und hier gibt es Anmerkungen zur  Freundschaft von Richard Wagner mit den Freimaurern:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/23/die-freimaurer-und-richard-wagner/

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