„Thor“, ein neues Meisterwerk von Kenneth Brannagh und andere Filmpremieren

2.5.2011. Der bedeutende Shakespeare-Regisseur Kenneth Branagh hat sich jetzt einen sehr witzigen Streich ausgedacht.
Seit Donnerstag, 28.4.11, läuft „Thor“ in den Kinos. Der isländische Sagenkreis der Edda – Vorlage für Richard Wagner – wird in dem Film vermischt mit einer modernen Geschichte unserer Zeit. Das ist sehr originell gemacht, außerdem dreidimensional zu sehen.

Gestern um  11.00 Uhr habe ich mir das im Münchner Mathäser-Kino angeschaut.

Auf dem Weg dorthin  kam  ich zufällig am festlichen Stehempfang für die Welturaufführung von „Der Film deines Lebens“ vorbei. Das war mitten im öffentlichen Eingangsbereich, und die Filmleute waren sehr freundlich und unkompliziert. Der eleganten Pressedame und einigen anderen Gästen habe ich die Visitenkarte meines Blogs überreicht. Am Ende dieses Kommentars  sind Fotos mit ein paar  Premieren-Besuchern. Viele Informationen zu diesem neuen Film findet man mit der Google-Suchmaschine. Wenn man als Suchbegriff den Filmtitel und das Stichwort Bayreuth eingibt, landet man sofort bei diesem Blog-Artikel.

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Jetzt zum neuen Film von Kenneth Brannagh, „Thor“.

Die Handlung spielt in der prähistorischen Zeit von Richard Wagners Nibelungenring. Es treten archaische nordische Götter auf: Thor, Odin, Loki.
Hier ist eine „Spiegel“-Rezension:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,759338,00.html
Zitat:
„Unter der Regie von Kenneth Branagh wird die Comic-Verfilmung „Thor“ zum Charakterdrama vor kosmischer 3-D-Kulisse. Dem erlesenen Darstellerensemble gelingt die schwierige Balance zwischen Haudrauf-Spektakel und Heldenepos. …
Zudem konnte der Brite Kenneth Branagh, „Thor“-Leser der ersten Stunde und mehrfach Oscar-nominiertes Ex-Mitglied der Royal Shakespeare Company, als Regisseur gewonnen werden. Der Theaterstar macht aus der Superhelden-Saga eine rasante, knallbunte Interpretation des Dramenklassikers „Heinrich V.“ und lässt den intriganten Loki wie eine nordische Götterversion des Edmund aus „König Lear“ auftreten.“

Zitat Ende.
Dieses spannende Spektakel ist zwar überhaupt nicht auf Bayreuths Theaterbühne übertragbar, aber die Szenen, die im uralten isländischen Sagenkreis spielen, sind sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Auch die Musik wechselt zwischem düsteren Wagner-Stil und modernen Rhythmen.
Hier ist der offizielle Vorfilm (5.32 Minuten), der aber erst nach 2 Minuten interessant wird:

http://www.youtube.com/watch?v=YSC9CjSYvYA

Sogar wenn man den ganzen Film  zum dritten Mal  selbst angeschaut hat, ist man immer noch am Anfang. Denn die gewaltige Bilderfülle dieses atemberaubenden Spektakels  kann man nicht nebenbei abhandeln.

Ein Paukenschlag folgt nach dem anderen. Sogar der Abspann, wenn man noch einmal die Namen aller Mitwirkungen sieht, ist ein furioser Höhepunkt. Zwar geht das Licht an, und die meisten Besucher verlassen schweigsam den Saal, aber sie verpassen dabei einen Bildersturm, die Entfesselung kosmischer Kräfte. Eine Reise durch den Weltraum, wie ich sie in einem anderen Kommentar bereits beschrieben habe:

„Ein unbekanntes Ring-Konzept“

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/11/ein-unbekanntes-ring-konzept/

Man fragt sich, ob irgendeiner der zahlreichen Mitarbeiter in Kenneth Brannaghs Team das gelesen hat, denn ich habe das bereits am 11.4.2011 geschrieben. Zitat aus dem verlinkten Artikel:

„Ein Fest für die Augen und für mächtige Wirkungen aus der Bildersprache Richard  Wagners:  Allegorien, Metaphern, Symbole – aus  philosophischen, historischen, psychoanalytischen  Perspektiven und  aus allen Bereichen des menschlichen Denkens und der Phantasie. Ein Fest der Ideen und der Phantasie, respektvoll entwickelt aus den Gedanken und Texten des Bayreuther Meisters.

Hierfür nur ein Beispiel: Am Anfang und Ende der Ring-Tetralogie schließt sich ein großer Kreis. Das kann man verdeutlichen durch ein Bild, das nur zweimal gezeigt wird, am Anfang und am Ende . Also: Gleich nach dem Öffnen des Haupt-Vorhangs sieht man einen zweiten Vorhang, einen fast durchsichtigen Gazeschleier, auf den Bilder des Hubble-Teleskops aus dem Kosmos  projiziert werden: Große Farbfotos aus dem Weltraum. Das macht allein optisch einen gewaltigen Eindruck, egal, wie alt der Zuschauer ist.

Philosophisch bedeutet es einen Blick in das Weltall, wo alle Planeten entstehen und vergehen. So wie auch die Welt des Nibelungenrings. Die Satellitenbilder kann man zeigen während des Rheingold-Vorspiels und zu den Schlusstakten der Götterdämmerung. Sobald die Projektion am Ende des Rheingold-Vorspiels erlischt, wird hinter dem durchsichtigen Gazeschleier einfach das Bühnenlicht eingeschaltet, und man sieht die beginnende Handlung.“

So weit meine Anmerkungen am 11.4.11, als dieser Film nur angekündigt war. Für Filmtechniker mit Hollywood-Möglichkeiten ist die Umsetzung ein Kinderspiel. Es sind ja uralte Bilder und Visionen vom Anfang aller Zeiten, die in vielen Science-Fiction-Filmen aufgegriffen werden, aber Kenneth Brannagh hat daraus ein Feuerwerk aller filmischen Möglichkeiten gemacht.

Auch an den kraftvollen Dialogen erkennt man den Shakespeare-Experten. Wuchtig, pathetisch, aber nie künstlich wird gesprochen. Die Darsteller sind sorgfältig ausgewählt: Chris Hemsworth als heldenhafter Thor sieht auch aus wie der Comic-Held „Sigurd“, mit  blonden Haaren, ehrlichem Blick und einem bodenlangen, roten mittelalterlichen Gewand. Sein düsterer Bruder Loki / Loge wird ist Tom Hiddleston, der lauernd und schillernd die dunkle Gegenposition besetzt. Der berühmte Anthony Hopkins als Allvater Odin beherrscht alle Nuancen dieser mächtigen Figur, von donnernder Wucht bis zum geheimnisvollen  Raunen. Natalie Portman als Jane Foster reißt viel die Augen auf und sieht gut aus.
Besonders eindrucksvoll ist das Finale. Der intrigante, hinterlistige Loki wird fallen gelassen und verschwindet in der Tiefe des Universums. Göttervater Odin und sein Held Thor schauen in die unendlichen Weiten der sternenflimmernden Galaxien. Odin sagt, „Du wirst einmal ein weiser Herrscher, mein Sohn.“ Und „Thor antwortet, „Bis dahin muss ich noch viel lernen von dir.“

Dann folgt, als krönender Abschluss nach spannenden 114 Minuten, eine Reise  durch den Weltraum. Flammende Galaxien. Unendliche Blicke in die Tiefe des Universums. Neue, sich mit Paukenschlägen öffnende Galaxien. Und eine machtvolle, Wagner-ähnliche Monumentalmusik, an keiner Stelle eine Kopie, aber eine geniale Nachempfindung des Götterdämmerung-Finales. Wenn man den Film „Thor“ einmal gesehen hat, möchte man gleich wieder hineingehen, weil diese Überfülle optischer Wunder alle Sinne überflutet, wie ein Angriff aus dem Weltraum. Wie mit Hammerschlägen wird der Zuschauer von einer visuellen Ekstase in die andere getrieben. Die dreidimensionale, souverän ausgekostete Tiefenwirkung erzeugt Einblicke in ferne Welten.

Kostüme und Ausstattung sind inspiriert von mittelalterlichen Vorlagen und werden mit Thors Hammerschlägen in die Gegenwart gedonnert, immer mit feiner Ironie zur rechten Zeit und immer mit pompöser Wucht, wenn es feierlich und pathetisch zugeht.

In einem Kino an der Münchner Freiheit habe ich das heute, am 9.5.2011, um 14.30 Uhr zum neunten Mal in voller Länge gesehen, vorher  mit einem schwarzen Vollbart darüber gesprochen, war am Ende der einzige Gast und sollte dann die Drei-D-Brille in den Papierkorb schmeißen. Verschwendung !

Vor diesem Film kann man nur niederknien. Genauso heftig kann auch der Bayreuther Jubiläumsring 2013 wirken, aber nicht mit diesem riesigen technischen Aufwand, sondern stärker noch mit den Mitteln der Phantasie. Der Festspielleitung habe ich seit Monaten konkrete Vorschläge dazu gemacht und in einem öffentlichen Forum Ideen dazu vorgelegt, aber dort hat man monatelang mit völlig theaterfremden Filmregisseuren wie Wim Wenders verhandelt, die sich mit den ganz anderen Mitteln und Grenzen der  Bühne überhaupt nicht auskennen und noch nie eine Wagneroper inszeniert haben. Am Ende hat der verträumte Wim abgesagt, glücklicherweise.

Hier meine Idee zum Götterdämmerungs-Finale, am Ende des folgenden Artikels, bereits veröffentlicht am 11.4.11:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/11/ein-unbekanntes-ring-konzept/

Ähnliche  Vorschläge sind der Bayreuther Festspielleitung schon seit Januar 2011 bekannt, aber darüber reden will keiner der Verantwortlichen, obwohl ich am 19.4. und am 29./30.4.11 vor Ort war.

Hier ist der Bericht über eine Odyssee durch eine schweigsame Stadt, wie der einsame Sheriff in „High Noon“, dem keiner helfen will. Fast schon filmreif:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/22/kurz-vor-ostern-in-bayreuth/

Mal schauen, was die Wagnerstadt im Jubiläumsjahr 2013 auf die Beine stellt. Gewarnt wird dabei vor Plagiaten (Guttenberg-Syndrom), vor Gedankenklau und vor Verletzungen des Urheberrechts. Hier der entsprechende Hinweis:

https://btpersp.wordpress.com/allgemeine-informationen/

Vielleicht macht die Filmbranche jetzt ein wenig Druck. Ich mache immerhin Reklame für eure festlichen Premieren-Stehempfänge und auch für eure Opernfilme, schreibe seit Jahren Rezensionen, die manchmal auch als kostenlose Werbung auf Filmseiten auftauchen, ohne Genehmigung. So geht das nicht !

Hier ist zum Beispiel eine Opernfilm-Rezension:

https://btpersp.wordpress.com/2011/01/18/der-freischutz-als-kinofilm/

Kenneth Brannaghs  Film  enthält zwar viele grundsätzliche Anregungen für eine Inszenierung von Richard Wagners „Nibelungenring“, aber die eingesetzten technischen Mittel passen nur zum großen Kino. Die Realisierung dieses Hollywood-Films war derart aufwändig und teuer, dass keine Theaterbühne der Welt mit ihren überschaubaren Mitteln diese Einfälle umsetzen könnte.

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Hier jetzt die Fotos vom eingangs erwähnten festlichen Stehempfang für die Welturaufführung von „Der Film deines Lebens“ gestern, am 1. Mai 2011. Einfach den Filmtitel bei der Google eingeben. Wenn  man dann noch das Stichwort Bayreuth ergänzt, landet man sofort wieder bei diesem Kommentar.

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„Der Film deines Lebens“, Schauspieler Pascal Breuer

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Rechts Harald Schmidt

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Schauspieler Francis Fulton-Smith (links).

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Die Bilder sind teilweise unscharf, weil ich nur eine einfache Schnappschuss-Kamera dabei hatte.

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Mathäser, Eingangshalle zu den Kinos

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