Bayreuther Sänger auf Schallplatten ab 1900

100 Jahre Bayreuth auf Schallplatte
Die frühen Festspielsänger 1876 – 1906

Dabei handelt es sich nur um wenige Bayreuther Original-Aufnahmen. Aber man hört die frühesten, die ersten Sänger der Festspiele, in Tondokumenten etwa ab 1900, in Produktionen vor allem aus Berlin und Wien.

Die technische Qualität ist atemberaubend, gemessen an den damaligen Möglichkeiten. Die Erläuterungen im beiliegenden Booklet haben ein grandioses editorisches Niveau.
Der Herausgeber Michael Seil hatte die Idee und die Gesamtleitung. Der Klangrestaurator Christian Zwarg hat Großes  geleistet. Die Texte von Rüdiger Pohl und Michael Sell breiten eine Fülle von extrem sorgfältigen, bis in die feinsten Details genauen Texte aus
Es sind zwölf CDs. Vorerst wurde nur Nr. 9 gehört, die Parsifal-CD. Es geht los mit Paul Knüpfers Gurnemanz, Berlin am 20.11.1913, mit einem ungenannten Orchester unter der Leitung von Bruno Seidler-Winkler. (3 Minuten 54 Sekunden).
„He! Ho! Waldhüter hier.“ Man hört eine sonore, mächtige Stimme, textverständlich bei jedem Wort. Dazu ein klar vernehmbares Orchester, ohne falsche sentimentale Drücker.
Und so geht es immer weiter.

Denkt man an sonstige historische Aufnahmen, die oft einen undefinierbaren Klangbrei bieten, ist hier ein ganz neuartiger akustischer Qualitätssprung gelungen.
Man hört auch auf den anderen CDs Sänger, die man bisher nur von vergilbten historischen Photos kannte, die aber immer wieder in der Wagnerliteratur erwähnt werden: Zum Beispiel Hermann Winkelmann, der erste Bayreuther Parsifal. Eine eher blasse, helle Stimme, hier  mit jedem Wort deutlich vernehmbar.

Das Beiheft spart nicht an bissigen Bemerkungen über den strengen „Cosima-Stil“. Aber jenseits aller theoretischen Erwägungen hört man hier etwas, das es in vielen der neuesten Wagneraufnahmen schon seit vielen Jahren nicht mehr gibt: Eine unaufdringliche, souveräne Vermittlung der Wagnerschen Ideen. Vor allem Deutlichkeit, Klarheit und gleichzeitig starke Emotionen. Wie das bei jedem Hörer individuell wirkt, ist eine ganz andere Sache. Aber für Vergleiche bestens geeignet.

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