Spannende Gespräche in Bayreuth

25.4.2011. Der Titel meines zukünftigen Bayreuth-Buchs wird sein: 
„Ich bin gerade bei meiner Schwächerin.“
Untertitel: „Die Bayreuther und ihre faulen Ausreden“.
Dort werden aber keine einzelnen Stadtbewohner erwähnt, die mit mir gesprochen haben, sondern es werden nur die ungelösten und kostenfressenden Probleme der Stadt analysiert. 

Warum spendiert der Taff-Verein dem Festspielhaus nicht eine wirksame, geräuschlose Klimaanlage und angenehmere Sitzplätze im Zuschauerraum? Wenn sowieso saniert wird, kann man das gleich mit erledigen.

Gestern Nachmittag habe ich das Münchner Westend besucht. Früher war das eine arme Gegend, jetzt gibt es dort immer mehr schicke Bistros und teure Boutiquen.
Das nennt man Veredelung oder „Gentrifizierung“, die Verdrängung der armen Leute durch reiche Investoren und Spekulanten.
Das sind zwar nicht unbedingt Musikfreunde, aber die Neureichen werden jetzt wohl auch öfter in der Oper sitzen, weil es zu den gesellschaftlichen Pflichten gehört. Die Folge: Ein Bekannter von mir zieht jetzt nach Berlin, weil er die ständigen Mieterhöhungen nicht mehr verkraftet.

Die Neubauplanung im Wahnfried-Garten und am Hügel liegt vermutlich vor allem im Interesse von reichen Investoren, schadet aber den historischen Gebäude-Ensembles. Und warum haben eigentlich die Stadträte dabei mitgemacht, was bringt es ihnen? Dem Wohl der Bürger dient das nicht, und das architektonische Wagner-Erbe nimmt dabei Schaden. Vierzig gewählte Vertreter der Bürgerschaft haben am 27.10.10 für die anrollenden Bagger gestimmt, und es gab nur eine Gegenstimme.

Jetzt muss ein Baustopp her. Ein neues Gebäude muss sowieso wieder abgerissen werden, früher oder später.

Das gesamte Gelände um Wagners Grab muss endlich unter Landschaftsschutz gestellt werden. Es ist erstaunlich, dass das noch nicht längst geschehen ist. Die Verantwortung dafür hat dann das  Bundesamt für Naturschutz in Bonn, nicht mehr Lokalpolitiker mit eigenen Interessen. Für den  Denkmalschutz ist  das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München  zuständig.

Ungelöst ist auch die Handhabung der übergeordneten Festspiel-Stiftung. Die Nutzung von Steuervergünstigungen verträgt sich nicht mit privat-familiären Vorteilen:

https://btpersp.wordpress.com/2011/06/10/trauminsel-und-steuerparadies-stiftung/

Manchmal geschehen Wunder in der Realität, und das ist kein Märchen. Das Wunder heißt „Consulting“, Wirtschaftsberatung.
Das ist normalerweise sehr teuer, aber nicht zwangsläufig. Zu erinnern ist jedoch an Herrn zu Guttenberg, der als Politiker wohl keine Rolle mehr spielen wird.
Wer auch immer meine kostensparenden Lösungsvorschläge realisieren  will, muss  vorher mit mir reden. Ich verlange  die  genaue Beachtung des gesetzlichen Urheberrechts und die Unterlassung von Plagiaten. Nicht gestattet ist auch die Verwendung von Texten ohne Quellenangabe und die Realisierung von Problemlösungen ohne Genehmigung des Erfinders.

Am 19.4.2011 habe ich einen Besuch vor Ort gemacht. Den Reisebericht findet man hier:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/22/kurz-vor-ostern-in-bayreuth/

Und hier der zweite Versuch, am 29. / 30.4.2011:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/30/die-liebe-zu-bayreuth/

Aber die Zeiten ändern sich trotzdem, auch wenn es manchmal viel zu lange dauert. Das meint auch Bayreuths neue Brünnhilde, und der weinende Dirigent im Filmausschnitt ist der Bayreuther, der am letzten Dienstag zu mir sagte: „Ich bin gerade bei meiner Schwächerin und habe keine Zeit.“

Brünnhildes Schlussgesang, in meiner Inszenierung des Jubiläumsrings:
http://www.youtube.com/watch?v=xp6l59mZojM

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