Traumwetter in Bayreuth am 19.4.2011

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Wahnfried, der „Siegfried-Bau“.

Hier kann man viel Geld sparen. Dort hockt  unbeweglich die verschlafene Museumsverwaltung,

eine ganz  kleine, nur vierköpfige Truppe, die niemand kennt und auch keiner kennen muss. Museumsverwaltung und das anschwellende Archiv können sofort umziehen in ein anderes Gebäude, zum Beispiel in das benachbarte Chamberlain-Haus.

Dann  werden endlich wertvolle historische Flächen frei. Ein teurer Neubau, ausgerechnet im Wahnfried-Garten, und eine Geldverschwendung mit steigenden Kosten – aktuell vierzehn Millionen Euro  –  sind überflüssig.

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Die freie Rasenfläche rechts  ist der Platz für den geplanten Neubau. Eine Kulturschande. Im Hintergrund links sieht man  die Sträucher an Wagners Grab.

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Der Siegfried-Bau mit der Büste  von König Ludwig II. Beide Etagen des Gebäudes können als  attraktive Ausstellungsflächen für die Öffentlichkeit genutzt werden, aber sie werden immer noch von der Museumsleitung und dem Archiv besetzt. Dort könnte man historische Dokumente zeigen, über die schrecklichen Besucher  des Gebäudes bis 1945. Stattdessen ist dort ein öffentlicher Parkplatz für Privatautos.

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Die moderne Garage am Gärtnerhaus ist überflüssig. Dort können Bäume und Sträucher angepflanzt werden, auch eine hohe Hecke, damit man die hässlichen Neubauten im Hintergrund nicht mehr sieht.

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Links vom Wahnfried-Gebäude ist die Fläche für den geplanten Neubau und die Garage am Gärtnerhaus. Dort kann die Stadtgärtnerei Sträucher und eine hohe Hecke pflanzen, als Sichtschutz gegen die langweiligen Neubauten.

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Das benachbarte Freimaurergebäude. Logenmeister und Bankier Friedrich Feustel sorgte dafür, dass Richard Wagner die beiden Grundstücke für Wahnfried und das Festspielhaus von der Stadt Bayreuth geschenkt bekam. Ein separater Bericht über die Freimaurer und ihre Symbolik in den Spätwerken ist hier:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/23/die-freimaurer-und-richard-wagner/

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Das Grab Richard Wagners mit einem Lorbeerkranz der Stadt Bayreuth. Der Kranz wird deshalb nicht geklaut, weil die Bayreuther alles beobachten. Niemand darf aus der Reihe tanzen. Alle sind miteinander befreundet. Mit Kritikern wird nicht gesprochen. Das ist die Ursache für die oben beschriebenen Fehlentwicklungen.

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Die Außenterrasse des Cafés Florian. Dort trifft sich auch die Stadtprominenz, will aber mit Ortsfremden nicht gesehen werden und redet nicht mit Kritikern. Ein einzelner „älterer Herr“, ein Mitarbeiter der Festspielleitung aus einem Nachbarort, hat sich zwar am 19. April getraut und saß eine halbe Stunde am Glaspavillon. Aber auch ihm war es verboten, mit mir zu sprechen.

Der „Stadl“ am Café Florian. Auf der Tafel liest man, „Kommen Sie als Gäste und gehen Sie als Freunde.“ In München wirbt ein bekanntes Freuden-Institut mit dem Spruch „Du kommst als Fremder und du gehst als Freund.“ Urheberrechtlich ist das sicher geklärt, denn die Münchner sind freundlich zu ihren Besuchern. Auch im Café Florian wird man sehr höflich bedient.

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Ein Internetcafé, nicht weit vom Café Florian. Dort kann man auch einen Internet-Blog über die Bayreuther bearbeiten, braucht also kein Laptop herumzuschleppen. Die Mitarbeiter des Cafés sind sehr liebenswürdig, ganz anders als die vornehme Stadtspitze, die nicht mit Fremden redet,  aber sie als zahlende Besucher gern sieht. Marketing-Motto der bürgernahen Stadtverwaltung: „Wir freuen euch, wenn ihr kommt, und wir freuen uns, wenn ihr wieder geht.“ Das Schild hängt draußen am Fremdenverkehrsamt, neben dem Rathaus am Luitpoldplatz. Als ich einen Mitarbeiter der Festspiele anrief, hatte er leider keine Zeit, aber den fränkischen Dialekt voll drauf: „Ich bin gerade zu Besuch bei meiner Schwächerin.“ Die Schwägerin ist natürlich viel wichtiger. Man sieht die Verwandtschaft einfach viel zu selten !

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Der „Nordbayerische Kurier“ am Markt. Die Lokalzeitung wird in der Festspielzeit  von den internationalen Gästen gelesen, auch in Australien und Island, wo bekanntlich die Edda entstand, eine der Vorlagen für Richard Wagners Jubiläumsring 2013. Neben dem Gebäude ist die beliebte „Brauereischänke“, an deren Außentischen man die vorbeiflanierende Stadtprominenz beobachten kann.

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Das ist nur eines der riesigen Probengebäude hinter dem Festspielhaus, die den verfügbaren freien Platz am Grünen Hügel besetzen. Neubauten passen hier nicht hin, sind Raubbau an der Natur. Wenn die Kinderopern umziehen in die Stadthalle oder auf die Bühne des Brandenburger Kulturstadls, reichen die vorhandenen Gebäude aus. Außerdem muss die Zweckentfremdung mit der Lagerung von Bühnenmaterial beendet werden. Dafür kann man Hallen im Bindlacher Industriegebiet anmieten, und es entsteht in den Probengebäuden sogar noch mehr Platz als bisher. In Lagerhallen können auch Proben stattfinden. Erst in der Endphase braucht man dafür das Festspielhaus. Dann könnten sogar einzelne Probengebäude abgerissen, mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt werden, so dass der „Grüne Hügel“ seinen Namen wieder zu Recht trägt.

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Das hässliche Festspielrestaurant, eine Bausünde der Nachkriegszeit im Stil einer DDR-Arbeiterkantine, ist das einzige Gebäude am Grünen Hügel, das ersetzt werden muss. Aber nicht durch einen gesichtslosen Modernbau, sondern durch ein Wirtshaus, das zur Architektur des Musiktempels passt, also ein roter Backsteinbau mit Nischen und Erkern im Stil der Wagnerzeit.

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Die prachtvolle Auffahrtallee. Wenn man vor einer Auführung dort hinabschaut, vergisst man alle Bausünden. Die Beseitigung der oben beschriebenen Mängel wird nicht sofort möglich sein, aber man kann schnell damit anfangen, dabei hohe Kosten einsparen und die Anziehungskraft der Stadt für die Besucher verbessern.

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In Bayreuth waren die normalen Leute sehr gesprächig, aber die Verantwortlichen gingen  auf Tauchstation und haben sich in ihren Häusern versteckt. In den Hotels waren zwar viele Zimmer frei, aber dann bin ich Dienstagabend lieber nach Nürnberg gefahren und habe dort übernachtet. Das Foto zeigt das Dürerhaus. Die Tische gehören zum Wirtshaus „Schranke“, wo man ein gutes Rauchbier trinken kann. Man sieht das gefüllte Glas hinter der Ansichtskarte.

Rechts ist die Burg. Und drinnen sitzen die Nornen: „Es ragt die Burg, von Riesen gebaut! Mit der Götter und Helden heiliger Sippe sitzen die Bayreuther Herrscher  im Saal. Wisst ihr, wie das wird? Das Rheingold raubte Alberich einst. Wisst ihr, was aus ihm ward?Aus Not und Neid ragt mir des Niblungen Ring: ein rächender Fluch nagt meiner Fäden Geflecht. Weisst du, was daraus wird? (Die dritte Norn zieht gewaltsam am Seil, dieses reißt in der Mitte.): „Es riss!“ Die zweite: „Es riss!“ Die dritte: „Es riss!“(Erschreckt sind die drei Nornen aufgefahren und nach der Mitte der Bühne zusammengetreten: sie fassen die Stücke des zerrissenen Seiles und binden damit ihre Leiber aneinander)

Alle drei Nornen: „Zu End‘ ewiges Wissen!
Der Welt melden Weise nichts mehr.“

Das heißt: Die alte Welt ist nicht mehr erneuerungsfähig, und die Verantwortlichen dafür müssen Reformen akzeptieren, sich mit dem Ideengeber in Verbindung setzen, zur Vermeidung von Plagiatsgefahr (Guttenberg-Syndrom) und zur Beachtung des Urheberrechts. Das Beratungshonorar kann an die Festspielkasse gespendet werden, aber fällig ist es auf jeden Fall, auch wenn ein Verzicht darauf möglich ist. Falls der Neubau im Wahnfried-Garten begonnen wird, muss er später wieder abgerissen werden. Die Kosten dafür tragen die Verantwortlichen, wenn sie weiter passiv bleiben.

Oder einige  Führungskräfte müssen gehen – oder abgelöst werden.  Hier lesen mittlerweile auch Experten von Münchner Wirtschaftsberatungsfirmen mit, deren Arbeit nicht kostenlos ist.

Dazu gibt es hier weitere Informationen:

https://btpersp.wordpress.com/2011/04/25/die-gesprache-mit-der-stadt-bayreuth-finden-statt/

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