Das Rathaus-Gebäude

15.2.2011. Wer vom Hauptbahnhof zur Altstadt schaut, sieht eine trostlose Straßenwüste. Die vierspurige Schneise des Hohenzollernrings ist umgeben von einer asphaltierten Mondlandschaft, grauen Pflastersteinen und wenigen Naturelementen.

Das lässt sich ändern. Eine optische Verbesserung der Durchgangstraße ist leicht möglich, durch eine fünfzig Zentimeter hohe Hecke auf beiden Seiten, die Fußgängern und Autofahrern weiterhin freie Sicht ermöglicht.

Auch auf dem angrenzenden Gehweg, vor der Verkehrs-Ampel, könnte man verstärkt Baumgruppen und Rasenflächen anpflanzen, also parkähnliche Elemente, die den Blick auf den hektischen Durchgangsverkehr dämpfen. Zur Abrundung gehört der Austausch des östlichen Schnellimbisses durch einen geschmackvolleren Jugendstil-Pavillon, eine architektonische Erinnerung an die Wagnerzeit, das 19. Jahrhundert.

Auch auf dem grauen quadratischen Vorplatz, direkt vor dem Eingang des hässlichen Rathaus-Klotzes, fehlen größere Grünflächen, ergänzt durch mindestens fünf alte Kastanien mit einem riesigen Laubdach, die den Fußgänger vor dem Anblick des Monstergebäudes schützen.

Die überschaubaren Kosten für die städtischen Gärtner sind jedenfalls niedriger als ein sehenswerter Neubau des langweiligen Hochhauses, das hoch über den Luitpoldplatz ragt und auch noch das ganze Stadtpanorama beherrscht.

2. Ein zeitgemäßes Konzept für das Traditionslokal „Eule“

Es gibt anscheinend immer noch keinen neuen Pächter für das weltbekannte Traditionslokal.

Die „Eule“ ist zwar nicht so wichtig wie der Grüne Hügel und der Wahnfried-Garten. Aber sie gehört eigentlich zu den Schmuckstücken von Bayreuth, wenn sie in einem attraktiven Zustand ist.

Das Konzept dafür sollte man nicht dem Pächter überlassen, sondern als klare Bedingung im Pachtvertrag festlegen. Denn schon lange vor ihrer Schließung mussten die Wirtsleute der „Eule“ mit einem massiven Rückgang der Besucherzahlen leben. Außerhalb der Festspielzeit ließen die Einheimischen sich nicht mehr so recht anlocken. Tische und Stühle waren abgewetzt. Die Speisekarte bot nichts Außergewöhnliches, sondern Hausmannskost. Dafür jedoch gibt es in der näheren Umgebung zu viel Konkurrenz.

Erhaltenswert ist die Holztür in der Gaststätte mit den Verzierungen, der eingeschnitzten Eule und dem Wagnerzitat. Unverzichtbar sind die Gemälde von Franz Stassen im Flur, außerdem in beiden Gasträumen die herrlichen alten Wandbilder mit Fotografien berühmter Sänger. Vor Jahren wurden die Wände rosarot gestrichen, ohne vorher diese Bilder abzunehmen. Das bekamen auch die Rahmen zu spüren.

Wenn alles renoviert ist und auch ein gemütliches, aber nicht abgewetztes Mobiliar vorhanden ist, fehlt nur noch eine Speisekarte, die originell, aber nicht abgehoben ist. Dann kommen auch die Gäste zurück.

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