Die überregionale Presse schreibt: „Hinter dem Fall Guttenberg der Fall Bayreuth“

3.3.2011. Auch die überregionale Presse meldet sich zu Wort:

http://www.welt.de/kultur/article12678016/Hinter-dem-Fall-Guttenberg-der-Fall-Bayreuth.html

Zitat: „Hinter dem Fall Guttenberg der Fall Bayreuth.

Wer jetzt nur die Fehler des Plagiators sieht, macht es sich zu einfach. Universität und Professoren sitzen mit im Boot. …

Wie man die Hände in Unschuld wäscht, ist dieser Tage in Bayreuth zu beobachten, …  in der nahen Universität, deren Krisenmanagement auf eilige Distanzierung von der Causa Guttenberg gerichtet war,

nicht aber auf die Frage, wie es überhaupt zu der Causa kommen konnte und wie es in diesem Zusammenhang um die zumindest Mitverantwortung der Universität, ihrer Gremien und der zuständigen Hochschullehrer steht.

Die Prüfungsordnung ist, da nach dem Wort von Kant nicht alle Menschen billig und gerecht handeln, unter anderem dazu da,

von Missetaten abzuschrecken und Kontrollen und Gegenkontrollen einzuschärfen. Sie legt beiden Seiten Pflichten auf.“ …

Da „gibt es das Doktoranden-Oberseminar, wo die Kommilitonen und der Professor nicht die Aufgabe haben, schweigend zu staunen, sondern bohrende Fragen zu stellen. Da hört man, ob es hohl klingt.

Wenn aber dann eine Arbeit sich über Jahre und Jahre dahinschleppt – angeblich deren sieben – dann wird es Zeit zu einem kritischen, auch selbstkritischen Wort zwischen Vater und Sohn.

Und wenn das alles nichts Anstößiges zutage bringt, dann gab es auch schon vor dem elektronischen Abgleichen von Internet-verfügbaren Texten den prüfenden Blick auf logische und stilistische Brüche und größere Unstimmigkeiten. …

Wenn dann noch immer nicht die Warnlampen blinken, dann folgen Hauptgutachten und Zweitgutachten. Die sind nicht zum Loben da, sondern zum Prüfen, Bewerten und, notfalls, zum Verwerfen. Zu alledem kommt noch die vierwöchige Auslegungsfrist, in der jedes Mitglied der Fakultät sich informieren kann über den Vorgang: Dass dies meist unterbleibt, schon um Kollegenärger zu vermeiden, kann, wenn es schief geht, nichts entschuldigen.

Rette sich wer kann: Das war das Krisenmanagement der Universität. Dazu mischten sich Empörung und erstaunliche Selbstgerechtigkeit. Doch ist das Debakel mit dem zuletzt unausweichlichen Rücktritt des Verteidigungsministers nicht zu Ende, nicht für ihn und nicht für die Universität Bayreuth.“

Zitat Ende.

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In dem zitierten Artikel geht es zwar schwerpunktmäßig  um den Fall Guttenberg,

aber die Aufsichts-Instanzen der Bayreuther Festspiele – Stiftungsrat und Verwaltungsrat – müssen nach den gleichen Regeln funktionieren.

Mit Kontrollen und Gegenkontrollen, sparsam mit Steuergeldern, auch durch Verzicht auf überflüssige Ausgaben und Bauprojekte.

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