Brecht: „Glotzt nicht so romantisch“

Das ist ein berühmter Ausspruch des Ostberliner Theaterdichters:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/G#Glotzt_nicht_so_romantisch.21

Zitat aus dem gerade genannten Artikel: „Glotzt nicht so romantisch!“ war ein Leitspruch des Dramatikers Bertolt Brecht. … Zu diesem Zweck schuf Brecht auch den sogenannten Verfremdungseffekt, bei dem die Handlung durch Kommentare oder Lieder so unterbrochen wird, dass beim Zuschauer die Illusionen zerstört werden und er eine kritische Distanz zum Dargestellten einnehmen kann.  …

Für Romantik sah Brecht keinen Platz, … denn Brecht verfolgte mit seinen Lehrstücken pädagogische Absichten.“

Zitat Ende. Will eigentlich jeder mündige Opernbesucher belehrt oder erzogen werden?

Brechts eigene, sozialistisch-kommunistische Theaterstücke hatten tatsächlich dieses verschrobene Ziel. Der DDR-Staatsdichter wollte, im Geist der sozialistisch-kommunistischen Revolutions-Wahnvorstellungen, die Leute zur Weltrevolution anfeuern. Das ist die Irrlehre der angeblich die ganze Menschheit selig machenden, ideologischen Agitationspropaganda.

Jeder weiß, was in der DDR dabei herausgekommen ist, bis endlich die Berliner Mauer fiel.

Die kläglich gescheiterte Ideologie der Arbeiterbefreiung und Publikumsbelehrung passt überhaupt  nicht zu solchen Opern, deren eindeutiges Hauptmerkmal eine rauschhafte, phantasievolle Emotionalität ist – zum Beispiel Richard Wagners ekstatische Mittelalter-Visionen. Die Mystik ist eine der philosophischen Hauptströmungen des Mittelalters.

Wenn ein Regisseur davon nichts versteht, hat er am Grünen Hügel nichts verloren.

Doch in der Realität tobt das Regietheater auch in Bayreuth, bei den aktuellen Meistersingern und dem Ratten-Lohengrin. Und es drohen auch noch Tannhäuser, Ring und Tristan, nach den gleichen  Rezepten der quälenden Belehrung und Umerziehung.

Wenn solche Alpträume wahr werden, dürften die Festspiele endgültig abstürzen. Der letzte – das ist Tristan 2015 – macht dann die Lichter aus.

Und dann kommt hoffentlich eine ganz neue Welt.

Zum Abschied der alten Herrscher:

Der Elefant

https://btpersp.wordpress.com/2011/01/20/zukunftsfroher-abschied/

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