Die leere Stadtkasse – externe Experten zücken den Rotstift

Eine Pressemeldung vom 17.12.09:

„Externe Experten  zücken Rotstift“

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1286392/details_8.htm

Zitat: „Stadtrat Bayreuth: Externe Experten zücken Rotstift … Voraussichtlich ab Januar werden Mitarbeiter eines Nürnberger Wirtschaftsprüfers den Verwaltungshaushalt der Stadt Bayreuth nach Einsparmöglichkeiten durchforsten.

Kosten lässt sich die Stadt das Engagement der Firma einen sechsstelligen Betrag – die genaue Höhe wurde in der nichtöffentlichen Sitzung verkündet. Ein hoher Betrag in einer Zeit, wie Brigitte Merk-Erbe, Fraktionssprecherin der Bayreuther Gemeinschaft, betonte, in der an allen Ecken und Enden das Geld fehlt.

Bei aller sachlichen Diskussion war es ausgerechnet Finanzreferent Michael Rubenbauer, der sich …  aus der Ruhe bringen ließ. Es gehe, sagte Rubenbauer, um eine Organisationsuntersuchung mit langfristigen Wirkungen. Und fügte an: Eine Stadt mit einem nicht genehmigungsfähigen Haushalt brauche auch keinen Stadtrat mehr.

Für den zweiten Aufreger sorgte Grünen-Stadträtin Sabine Steininger. Für ihre Aussage, das Hinzuziehen einer externen Beratung sei die Bankrotterklärung des Oberbürgermeisters, erntete sie Buhrufe und Gelächter.“

„Eine Stadt mit einem nicht genehmigungsfähigen Haushalt brauche auch keinen Stadtrat mehr.“

Sie lachen ! Dabei gibt es viele handfeste  Gründe für den beunruhigenden Gesamteindruck.

Vielleicht fällt es vielen Ureinwohnern gar nicht mehr auf –  aber die gelegentlichen Besucher der Stadt registrieren aufmerksam jede Veränderung. Ihr Urteil beeinflusst auch die Entscheidung, ob sie wieder kommen.

Auch in der Festspielstadt Oberammergau gab  es Probleme:

Bereits am 2.7.08 konnte man lesen:

http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/oberammer-gau-303674.html

Zitat: „Im Etat fehlen nicht nur ein paar Silberlinge, sondern 16 Millionen Euro – so steht es im Haushaltsplan 2008. Anders ausgedrückt: Die Gemeinde steht am Rande der Pleite.

Ursachen, unter anderem:  Das riesige Wellenbad macht jährlich fast eine Million Euro Miese, es steht zum Verkauf. Ebenso wie die gemeindeeigene Kolbensesselbahn – auch ein Verlustgeschäft. Und die Liste ist noch länger.“

Aber Bayreuth baut drauflos:

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1295439/details_8.htm

Zitat vom 27.10.10: „Jetzt sollte die Feinplanung erfolgen, damit die Kosten ermittelt werden können. Wenn die genauen Zahlen vorlägen, könne man entscheiden, ob abgespeckt werden müsse und nicht. …

Während Iris Jahn, Sprecherin der Fraktion Junges Bayreuth/FDP, betonte, dass „uns der Vorschlag total überzeugt hat“, wiesen Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) und Sigrid Engelbrecht (Bündnis 90/Die Grünen und Unabhängigen) wie schon am Tag zuvor in der Bauausschusssitzung noch einmal ausdrücklich daraufhin, dass das Budget in Höhe von 12, 1 Millionen Euro nicht überschritten werden dürfe.“

Es ist eigentlich eine allgemein bekannte Erfahrungstatsache, dass bei Großprojekten das Budget oft überschritten wird.

Schließlich steigen Preise und Löhne ständig. Auch manches Detail schreit sicherlich nach einer repräsentativen, versilberten oder vergoldeten Form.

Andererseits sucht Bayreuth verzweifelt nach Einnahmequellen und opfert in der Hoffnung auf Besucherströme die Unversehrtheit des Wahnfried-Gartens, statt in der nahen Altstadt eine neue Attraktion zu schaffen: Die Anmietung  von Büros für die Museumsverwaltung, dazu  Lagerflächen für das anschwellende Archiv.

Die frei werdenden Flächen im Siegfried-Bau könnten als zusätzliche Ausstellungsräume renoviert und hergerichtet werden. Der Wahnfried-Garten bliebe verschont. Kostengünstiger und behutsamer geht es nicht.

Das nächste Bauprojekt droht am Grünen Hügel. Gleich hinter dem Festspielhaus wurden bereits in den letzten Jahrzehnten riesige Probengebäude errichtet, deren wertvolle Flächen teilweise als Lager zweckentfremdet werden. Die überflüssigen Kinderopern brauchen Platz, und man will sie trotzdem nicht in die Innenstadt verlegen.

Im gesamten Stadtbild sind alte und neue Bauten zu einem kunterbunten Flickenteppich zusammengewürfelt.

Am Bindlacher Berg hat Richard Wagner zum erstenmal die Stadt gesehen. Aber genau dort dehnt sich seit Jahrzehnten ein unförmiges, phantasieloses Industriegebiet.

Mit sensibler Stadtgestaltung hat das alles nichts zu tun.

Und trotzdem sind Geldausgaben anscheinend wichtiger als Sparsamkeit.

Die Tragikomödie ist noch nicht zu Ende. Aber man darf sich nicht wegducken, sondern muss handfeste Problemlösungen suchen.

Zum Beispiel hier:

https://btpersp.wordpress.com/2011/02/01/der-garten-trauert/

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