Der Freischütz als Kinofilm

Eines der großen Vorbilder für Richard Wager war Carl Maria von Webers „Freischütz“, der gleich nach seiner Uraufführung am 18.6.1821 zum Welterfolg wurde.

Der Freischütz als Kinospektakel nutzt fulminant die grenzenlosen Möglichkeiten der Filmtechnik.

Aber es wäre ein schwerwiegender, riskanter  Irrtum, wenn jemand glaubt, dass ein Filmemacher auch mit den begrenzten Möglichkeiten eines Opernhauses zurechtkommt. Dafür gibt es ernüchternde Beispiele, wie zum Beispiel die langweilige „Salome“, die der amerikanische Meisterregisseur William Friedkin in München hinterließ.

Seit dem 23.12.10 im Kino: Webers Freischütz.
(Hunter‘s Bride / Die Jägersbraut )
Regie: Jens Neubert
mit Juliane Banse (Agathe), Michael König (Max), Regula Mühlemann (Ãnnchen),
Michael Volle (Kaspar), Olaf Bär (Kilian), Franz Grundheber (Ottokar), René Pape (Eremit)
London Symphony Orchestra
Dirigent: Daniel Harding

Trailer, 4 Minuten
http://www.youtube.com/watch?v=Osy8zDvPyfQ
Filmbericht über die Dreharbeiten, 11 Minuten
http://www.youtube.com/watch?v=txwIbO1kBI4&feature=related
Weitere Informationen:
http://www.hanniwall.de/der-freischuetz-…ailer-kino-dvd/
http://www.plonki.com/kinofilm/der-freischuetz,100754.html

Der Film stellt sich dem direkten Vergleich mit Achim Freyers berühmter surrealistischer Inszenierung, Stuttgart 1980.
Als Kostprobe, hier der Jägerchor:
http://www.youtube.com/watch?v=aHehiJjpzQg&feature=related
http://www.weltbild.ch/3/13999665-1/musi…reischuetz.html
20. Dezember 2010. Gestern war die Premiere der neuen Freischütz-Verfilmung. Das Münchner Kino am Sendlinger Tor hat im Lauf der Jahrzehnte schon viele glanzvolle Uraufführungen gesehen, zum Beispiel den Klassiker von Erich Kästner, „Das doppelte Lottchen“ (1950 ) und Helmut Käutners Meisterwerk „Ludwig II.“ mit O.W.Fischer (1955).
Gestern, am Sonntagabend um 20.30 Uhr, war in diesem Kino eine – von vielen – Premieren der Neuverfilmung von Webers Freischütz. In Augsburg, Bayreuth und Regensburg ging es bereits los um 11.00 Uhr. Dort wurden tagelang vorher auch reichlich Freikarten verteilt.
Es gibt also nicht mehr unbedingt DIE große Premiere mit Stars, Blitzlichtgewitter und Zeitungsrummel, sondern überall, wo ein Film zum ersten Mal gezeigt wird, hat er Premiere. Die Methode soll wohl verkaufsfördernd sein.
Aber Sonntagfrüh waren im Online-Kartenvorverkauf des Filmtheaters am Sendlinger Tor noch keine fünfzig Plätze weg, und abends hockten nur ein paar wenige Menschen mehr im großen Zuschauerraum. Übermorgen wird in der Bayerischen Staatsoper ein völlig neuer Fidelio „von Calixto Bieito“ gezeigt, da sind die vorhandenen zweitausend Plätze schon längst verkauft.

http://www.derfreischuetz.film.de/
http://www.brandenburgisches-forstmuseum.de/freischuetz.htm
Im Jahr 2009 fanden in Sachsen die sechswöchigen Dreharbeiten zu diesem Opernfilm statt. Die Ausstattung ist Inspiriert von Gemälden des 19. Jahrhunderts. Man sieht die archaischen, bizarren Felsentürme der Sächsischen Schweiz und historische Gebäude, zum Beispiel die Moritzburg bei Dresden.

Aber die Hauptrolle in diesem Werk spielt eigentlich der dichte Wald, der undurchdringlich und rätselhaft ist. Naturmotive sind grundsätzlich das Einfachste in einem solchen Film, der überwiegend Außenaufnahmen zeigt.
Aber hier sieht man keinen unheimlichen schwarzen Tannenwald, sondern offene, helle Laubwälder ohne Geheimnis, die auch keine besonders bedrohliche Atmosphäre verbreiten.
Also hat man in der Hauptsache schon am Ziel vorbeigeschossen. Der Freischütz hat leider keine behagliche Handlung zum Wohlfühlen, sondern ereignet sich in einer schauerlichen Umgebung. Es reicht auch nicht aus, die vordergründige Oberflächen-Realität abzufilmen, wenn man sie nicht künstlerisch vertieft, mit Lichtwirkungen, Farbeffekten und einer expressiven Kameraführung. Hier betrachtet man kühle, stumpfe Farben mit vielen Grautönen statt der grenzenlosen Bilderpracht, die der Filmtechnik schon seit vielen Jahren zur Verfügung steht.
Düstere Themen vertragen durchaus eine üppige äußere Farbgestaltung. Alfred Hitchcock hat schon in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit dramatischen Farbwirkungen die nervenzerrende Stimmung seiner Thriller aufgeheizt. Selbst bei schlechtem Wetter in den sächsischen Wäldern hätte man mit Scheinwerfern und digitaler Nachbearbeitung hier Wundersames bewirken können. Doch die bläulich kühlen Räume im Försterhaus haben wenig Atmosphäre, genauso der steif herumstehende, in nagelneuen Uniformen adrett aufgereihte Jägerchor. Für einen Weihnachtsfilm, der offiziell ab 23.12. im Kino läuft, hat man zu wenig geachtet auf die die handwerklichen Grundregeln des Genres, der Volksmärchen. Für solche Stoffe muss man ausgiebig die grenzenlosen Möglichkeiten und Zaubertricks studieren, die man in Märchenfilm-Klassikern und vielen beliebten, erfolgreichen Fantasy-Filmen findet.

Der Freischütz wurde auch von Richard Wagner bewundert. Das Werk hat die Konturen eines Alptraums, aus dem das Erwachen erst im letzten Augenblick gelingt. Aber der Farbenreichtum der Musik bringt auch heitere Lichtblicke: Den Tanz vor der Dorfschänke und Ännchens Lieder. Regisseur Jens Neubert konzentriert sich auf das Haupt-Thema: Das Vulkanische, Unberechenbare der Elementarkräfte und die Abgründe des menschlichen Innenlebens, ummantelt von den innigen Naturtönen der Waldromantik, mit den Gewitterblitzen in der Wolfsschlucht und dem Jägerburschen, der sich mit dem Teufel einlässt.
Sein Widersacher Kaspar wälzt sich bei der Rache-Arie schnaubend und fuchtelnd auf dem Waldboden herum. Auch sonst sieht man immer wieder hochdramatische, fratzenverzerrte Gesichter. Action für das breite Massenpublikum, die falsche Zielgruppe, die sowieso nicht in einem Opernfilm auftaucht. Pyrotechnische Spielereien und grelle Magnesium-Blitze durchzucken die Wolfsschlucht.
Dort liegen auch noch viele Soldatenleichen herum.

Der Freischütz spielt allerdings nicht während einer militärischen Auseinandersetzung, sondern nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648. Die Schreckensbilder der jahrzehntelangen Schlachtfelder in ganz Europa gehörten damals schon nicht mehr zur Realität, hinterließen aber sicherlich ihre Spuren im Innenleben der traumatisierten Menschen.
Auch die Angst vor dem undurchdringlichen dunklen Wald ist in das Innerste eingedrungen, und die Phantasie verband sich damals mit alten Gespenster- und Gruselgeschichten.
Diese Vermischung zwischen Traum und Wirklichkeit gehört zu den stärksten Möglichkeiten eines Films, der mit Rückblenden auch zurückliegende Ereignisse plastisch darstellen kann.

Zweihundert Jahre später, am 16.10.1813, erlitt der Eroberer Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig eine entscheidende Niederlage. Und in diese Epoche hat man den Film verlegt. Von einem Krieg ist allerdings im Libretto überhaupt nicht die Rede. Die spukhafte Handlung spielt zu einer ganz anderen Zeit, in den böhmischen Wäldern des 17. Jahrhunderts, nach dem Ende des jahrzehntelangen Kriegs. Die geschichtlichen Merkmale einer späteren Zeit wurden dem insgesamt naturalistischen Film aufgepfropft und übergestülpt, ohne dass damit die Deutung vertieft wird.
Mit dem nicht vorgesehenen Auftauchen der Soldaten soll wohl die Bedrohlichkeit der Handlung verstärkt werden, aber die rotweißen und blauen, operettenhaften Uniformen mit den hohen Hüten und den goldenen Schulterstücken erinnern eher an eine Ausstattung zum Nussknacker-Ballett, passen jedoch nicht zur gespenstischen Freischütz-Handlung. Fleckenlose historische Gewänder, wie frisch aus der Kostümschneiderei abgeholt, verharmlosen die dramatischen Abläufe und zeigen auch keine Spuren existenzieller Kämpfe.
Vom Regisseur Jens Neubert heißt es, er sei auch Historiker. Da er sich ansonsten genau an das Libretto hält, ist die Verlegung in ein ganz anderes Jahrhundert überflüssig. Im Fall eines Operntextes muss nicht jedes Wort sklavisch befolgt werden, wohl aber müssen die Gesamtstimmung und die Aussage der Vorlage erkennbar sein. Dazu tragen die napoleonischen Kriege nichts bei.

Der energiegeladene Daniel Harding dirigiert temperamentvoll, nicht sehr romantisch, das filmerprobte London Symphony Orchestra. Ein glasklarer, gelegentlich harter Klang, immerhin aufgenommen in den akustisch berühmten Studios der Londoner Abbey Road. Oft fehlt der emotionale, innige Volkston der Vorlage.
Juliane Banse als seelenvolle Agathe entspricht auch äußerlich dem Ideal der tugendhaften Försterstochter, eine edle und emotional beherrschte Erscheinung. Stimmlich erinnert sie an die unvergessene Elisabeth Grümmer. Ein guter Kontrast dazu ist die kindlich helle Zwitscherstimme der hübschen Regula Mühlemann (Ãnnchen), deren vokale Eigenart an Erika Köth denken lässt.
Hier der Maßstab für alle, Elisabeth Grümmer als Agathe,
Salzburg 1954:
http://www.youtube.com/watch?v=U7XC0cbFqrI&feature=related
Und noch besser, Lotte Lehmann,
bereits 1916 / 1917:
http://www.youtube.com/watch?v=ridX-YpCgeE&feature=related

Michael König spielt hochdramatisch den innerlich zerrissenen Jägerburschen Max, hat aber nicht den farbenreichen stimmlichen Glanz seiner großen Vorgänger, sondern eine recht überschaubare Bandbreite.
Der großartige Michael Volle (Kaspar) überzeugt mit lautstarker stimmlicher Kraft und auch mit der dämonischen Expressivität des Erzbösewichts. Dazu kommt zum Schluss noch Urgestein Franz Grundheber als wuchtig dröhnender Landesfürst Ottokar.
Und zum finalen Höhepunkt taucht, für ein paar knappe Minuten, der unübertreffliche René Pape auf, als weltenferner, im Wald hausender Eremit, im dafür leider unpassenden schwarzen Anzug, mit blütenweißem Hemd und gebügelter schwarzer Weste, immerhin mit einer schulterlangen, schlohweißen Greisenperücke.

Die Möglichkeiten einer solchen Opernverfilmung sind also noch steigerungsfähig, aber die überschaubaren Einwände sollen nicht davon ablenken, dass es sich um eine sehenswerte Umsetzung des Stoffes handelt. Das Spektakel dauert 141 Minuten, ist nie langweilig, hat zwar Brüche und Widersprüche, auf die man hinweisen kann, die aber den guten Gesamteindruck überhaupt nicht stören.
Für Einsteiger in das Thema ist er hervorragend geeignet. Auf der großen Leinwand im Kino ist es sehr eindrucksvoll, aber dort wird das Werk nur begrenzte Zeit zu sehen sein. Die DVD wird sich sicherlich erfolgreich auf der ganzen Welt verbreiten.

9. Januar 2011. Webers Freischütz-Drama zwischen häuslicher Idylle und extremen Höllenphantasien in Bilder umzusetzen, ist schon vielen Regisseuren misslungen.
Auch in diesem Fall gibt es Fehler. Zum Beispiel die Verlegung der Handlung aus der böhmischen Friedenszeit, nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648, hinein in die Zeit der Napoleonischen Kriege 1813.
Weber selbst hat ganz bewusst eine frühere Epoche ausgewählt als seine eigene Gegenwart, und eine nochmalige zeitliche Verschiebung bringt überhaupt nichts.

Die zweite Schwachstelle ist der übertriebene Naturalismus. Man sieht recht wenige Verfremdungen, Lichteffekte, Farbdramaturgie und Zaubertricks, sondern viele brav abgefilmte Räume und Bäume. Selbst in der Wolfsschlucht zucken nur Blitze, aber keine Gespenster huschen herum. Samiel brüllt nicht markerschütternd, sondern flüstert nur, wenn auch gut vernehmlich durch Einsatz der Lautstärkeregler, die auch sonst für dramatische Effekte sorgen.
Kein Opernhaus kann eine derartige Fülle von wechselnden Perspektiven bieten, dichte Nahaufnahmen, weite Landschaftsbilder der Wälder und bizarren Felsentürme in der Sächsischen Schweiz, deren zeitlicher Ablauf jedoch nie hektisch und verwirrend ist, sondern stets im Einklang mit Tempo und Rhythmus der Musik steht.

„Furchtbar gähnt der düstre Abgrund,
welch ein Grauen …
In einen Höllenpfuhl zu schaun:“
Die gespenstische Außenwelt als Spiegel der spukhaften Innenwelt. Max, mit schulterlangen Zottelhaaren, in eindringlichen Großaufnahmen als Leidender in seiner schicksalhaften Passion.
„O dringt kein Strahl durch diese Nächte?“
Diese unheimliche Stimmung findet man auch auf einem Bild von Caspar David Friedrich,
„Der Chasseur im Walde“
http://www.kulturstadtlev.de/user_img/fo…D_Friedrich.jpg

Auf dem Bild sieht man einen einzelnen Jäger im Schnee, förmlich umzingelt von einem finsteren Tannenwald. Eine solch dichte, archaische Atmosphäre hat dieser Film leider nur selten, trotz der vielen Landschaftsaufnahmen.
Der Wald als Symbol des Dunklen, Rätselhaften, Geheimnisvollen – ist meistens nur Kulisse, ein lichter, freundlicher Laubwald, mehr nicht.
Kein Gedanke an das schwarze Dach, das den Blick zum Himmel versperrt, im europäischen Tannenwald und im tropischen Regenwald, das wuchernde Unterholz, die Raubtiere im Schatten und das unheimliche Rascheln in der nächtlichen Stille.
Also auch nicht der natürliche Irrgarten als Allegorie des Unterbewusstseins.

„Es war in unseres Lebensweges Mitte,
Als ich mich fand in einem dunklen Walde;
Denn abgeirrt war ich vom rechten Wege,
Wohl fällt mir schwer, zu schildern diesen Wald,
Der wildverwachsen war und voller Grauen.“

So beginnt Dantes „Göttliche Komödie“, seine bilderreiche Weltschau auf die innere Entwicklung des Menschen, die sich entfaltet aus der dunklen Waldeseinsamkeit und erkennend weiter aufsteigt, von der Hölle bis zum Paradies.

Hervorzuheben ist die lebendige, natürliche Personenführung der Verfilmung und die typgerechte Auswahl der Sänger. Sämtliche Stimmen sind angenehm, mit Unterstützung moderner Studiotechnik. Nur der exzellente Michael Volle hat als böser Kaspar einen zu hellen Bariton, wenn man ihn vergleicht mit rabenschwarzen Bässen wie Gottlob Frick.
Beim häufigen Einsatz der Waldhörner fehlt der verträumte romantische Ton, und auch sonst dirigiert Daniel Harding zwar temperamentvoll, aber ohne düstere Emotionen und tiefe Innigkeit.
So richtig gruselig, traurig oder zart klingt es selten, eher wie saftiger, üppiger Hollywood-Breitwandklang. Auch nicht schlecht.
Je mehr Menschen diesen Film sehen, desto mehr wächst auch die Zuversicht, dass die Irrwege des kranken Regietheaters und die Tyrannei der unbegabten Theatermacher eines Tages keine Rolle mehr spielen.
Ein Film und eine DVD haben viel größere Verbreitungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt als jede mühselige Vorstellung im Opernhaus, mit wechselnder Tagesqualität und einem nervenden Publikum.

So ist das mit den Filmerlebnissen – die tatsächlichen Kinobesuche wurden in den letzten Jahren immer seltener, angesichts der infantilen Krach- und Ballerfilme, bei deren aufdringlichem Aktionismus man schon nach zwanzig Minuten wieder an die frische Luft flüchtete.
Im Jahr 1911 gab es den ersten Spielfilm. Das Medium ist jetzt hundert Jahre alt, schuf magische, zeitlose Kunstwerke und in den letzten Jahren eine anschwellende Flut von lautstarken Banalitäten.
Doch die neue Freischütz-Verfilmung war es wert, dort nach der Premiere am 19.12.2010 mittlerweile schon zum fünften Mal aufzutauchen, um alles auf der großen Kinoleinwand genau zu studieren und die Regeln zu erkennen, auch die Ungenauigkeiten und Ungereimtheiten.

26.01.2011. Gestern zum achtenmal in der Kinoverfilmung. Etwa hundert Leute saßen drin, immerhin mehr als in den ersten Vorstellungen. Anscheinend hat sich die  Qualität dieses Kunstwerks etwas mehr herumgesprochen. Begleitet hat mich ein guter Bekannter, der eigentlich kein Interesse an der Oper hat. Auch er war sehr angetan von dem Film. Anschließend hatten wir noch ein  langes Gespräch, gegenüber in der Pizzeria „Alla Scala“ am Sendlinger Tor, von außen eher unscheinbar, aber drinnen ausgestattet wie ein altes Opern-Restaurant.
In jeder Vorstellung war das Publikum aufmerksam, konzentriert, ruhig, ohne Popcorn-Geraschel.

Aus den relativ wenigen Besuchern in den Kinovorstellungen kann man schließen, dass die besser besetzten Opernhäuser massenhaft eine Kundschaft anlocken, die sich nicht so sehr für Musik interessiert, sondern ungeduldig auf die Pausen wartet, um dann sektschlürfend ihre Garderobe vorzuführen und den Pausentratsch loszuwerden.
Die Möglichkeiten der Filmkamera sind groß, um den Zuschauer zu überwältigen, mit einer Lawine aus optischen Eindrücken, einem Orkan aus Bewegungen und Zeichen, mit meterhohen Gesichtern auf der Leinwand und weit ausgebreiteten Landschafts-Panoramen.
Die reichhaltigsten Werkzeuge zur Visualisierung eines beliebigen Opernstoffes hat nur der Film, der nicht nur eine räumlich begrenzte Theaterinszenierung aufzeichnet, sondern die grenzenlosen Möglichkeiten des Genres nutzt, zum Wechsel der Schauplätze und Perspektiven.

Umgekehrt wird ein Filmregisseur in den engen Grenzen einer Theaterbühne wohl kaum seine gewohnte Freiheit entfalten können.

Am Schluss von Webers Partitur steht: „Soli Deo Gloria“.

„Allein zum Ruhme Gottes“. Mit diesem Zitat endet auch der Film.  In diesem kleinen Satz bemerkt man die Bescheidenheit des großen Komponisten, dem die törichte Eitelkeit mancher heutiger Theatermacher völlig fremd war.

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