Die Kartenverteilung im Visier des Bayerischen Obersten Rechnungshofs

Die Angriffe des  Bayerischen Obersten Rechnungshofs auf die mangelhafte Kartenverteilung in Bayreuth zielen auf  erhebliche Schwachstellen in Bayreuth, sind aber  nur ein Beispiel für überfällige Reformen, zum Beispiel bei der einseitigen Auswahl der ärgerlichen Regietheater-Regisseure, der Geldverschwendung für überflüssige Kinderopern und Anderes.  

Im Handelsblatt las man am 19.10.10  deutliche Hinweise:  

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/…handelt;2676116  

Zitat, zum Prüfbericht des  Rechnungshofs:

„Die Prüfer hatten bemängelt, dass von den 53 900 Karten für die Festspielwochen nur knapp 60 Prozent in den freien Verkauf gehen.

Der Rest ist für bestimmte Gruppen reserviert. Das größte Kontingent mit knapp 14 000 Karten bekommt der Freundeskreis mit 5125 Mitgliedern, der den Festspielen regelmäßig Millionensummen spendet.“  Zitat Ende.

In den letzten Jahrzehnten haben viele Länder und Gemeinden gigantische Luftschlösser aufgebaut, die niemand mehr finanzieren kann, es sei denn, Schulen und Kindergärten werden geschlossen.  Auch die Bayreuther  Stadtkasse ist leer und wird seit einem Jahr von einem externen Controller beaufsichtigt.

Jedem einzelnen Musikstudenten wünscht man gern, dass er mit offenen Armen erwartet wird und eine glanzvolle Karriere beginnt.  

Doch die ewige Universal-Formel lautet: Man darf nicht mehr ausgeben als in die Kasse kommt, und die Geldgeber müssen sorgfältig überlegen – wohin der Mammon fließt.

Die wüsten Exzesse des Regietheaters sind nur möglich, weil die Kultursubventionen mit der großzügigen Gießkanne verstreut werden und verbandelte interne Seilschaften das rücksichtslos ausnutzen.

Das wird in Zukunft immer weniger möglich sein in den Musiktheatern, angesichts der vielen Alternativen (CD, DVD, Internet), angesichts der weltweiten Finanzkrise, in der bereits Milliarden verschwunden sind und angesichts der wachsenden Konkurrenz an den Weltmärkten, durch ehemalige  Entwicklungsländer wie China und Indien.  

Die Kulturschaffenden  sollten rechtzeitig über wirksame Lösungen nachdenken statt erst dann zu weinen, wenn es zu spät ist.  

Im Musikrausch auf Wolke Sieben und dabei den Rest der Welt vergessen, das wird in Zukunft nicht mehr so üppig und reibungslos funktionieren.

Diese Aussichten sind vorhersehbar, und spätere Klagen nützen dann nichts mehr.   Dazu meldet der „Spiegel“ :

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741442,00.html

Zitat vom 25.01.10 : „Fast jedem sechsten Deutschen droht Armut … Hier sind  15,5 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht.“

Die Bayreuther Festspiele sind eine gemeinnützige, durch Steuern finanzierte Stiftung. Sie können sich nicht länger als exklusive Geheimniskrämer aufführen. Die meisten Karten  müssen in den öffentlichen Verkauf – mit einem sehr überschaubaren, kleinen Rest-Kontingent, nur für begründete Ausnahmen. Zur wirksamen Kontrolle durch das Publikum hilft dabei nur Eines:

Alle Kontingente und ihre Stückzahlen müssen im Internet veröffentlicht werden.

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