Der letzte Zug nach Nirgendwo

28.1.2011. Von Bayreuth zu den Fernzügen in Nürnberg startet die letzte Zugverbindung bereits, wenn am Grünen Hügel gerade der Schluss-Vorhang fällt.

Man kann danach nur noch aufs menschenleere Land fahren, Richtung Hof. 

Richtung Nürnberg, letzte Fahrt: Montag bis Freitag 22.30 Uhr, Samstag, Sonntag 22.28 Uhr, 

Richtung Hof, letzte Fahrt: Montag bis Samstag 23.52 Uhr, Sonntag 22.30 Uhr : 

http://www.bahn.de/p/view/buchung/fahrplan_buchung.shtml#

Das wird wohl kein Zufall sein. Denn die Bayreuther Hoteliers und Gastwirte freuen sich bestimmt über die wertvollen Übernachtungsgäste.

Bis  vor einem Jahr begannen die geschlossenen Gewerkschaftsvorstellungen immer eine Stunde früher als die regulären Aufführungen. Anschließend war der letzte Zug natürlich voll mit armen Arbeitervertretern, die  über Nürnberg auch alle späten Fernzüge  erreichen konnten. 

Unglaublich, dass die Bahn dabei mitmacht, der lokalen Bayreuther Gastronomie die Taschen zu füllen und auch denjenigen Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen, die nicht steinreich sind.

Zwar bleibe ich selbst abends gern in Bayreuth, aber das gilt bestimmt nicht für alle Musikfreunde.

Interessant wäre es, zu erfahren, wer an solchen Entscheidungen beteiligt ist. Naheliegend ist  die  sparsame  Stadtverwaltung, die von den professionellen Gastgebern um so mehr Gewerbesteuer kassiert, wenn die Besucher viel Geld im Ort lassen. 

Außerdem steht die Frage im Raum, warum die Bahn überhaupt  auf solche Einnahmen verzichtet, denn während der Festspielzeit wären spätere Züge bestimmt gut besetzt, wenn es sie denn  gäbe.

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