Ein Fremder trat da herein

Ein Fremder trat da herein

Lithographie von Franz Stassen (1869 – 1949)

Die Situation: Völlig unerwartet und unerkannt taucht  Wotan auf, bei der Hochzeit seiner Tochter Sieglinde mit dem ungeliebten Hunding.

Jahre später erzählt sie ihrem Bruder Siegmund von dieser geheimnisvollen Begegnung. Hierzu der Originaltext von Richard Wagner:

„Ein Fremder trat da herein: Ein Greis in blauem Gewand. Tief hing ihm der Hut,  der deckt‘ ihm der Augen eines. Doch des andren Strahl, Angst schuf es allen.
Mir allein weckte das Auge  Tränen und Trost zugleich.

Auf mich blickt‘ er und blitzte auf jene, als ein Schwert in Händen er schwang,
das stiess er nun in der Esche Stamm, bis zum Heft haftet‘ es drin. Dem sollte der Stahl geziemen, der aus dem Stamm es zög‘.

Der Männer alle, so kühn sie sich mühten, die Wehr sich keiner gewann. Gäste kamen und Gäste gingen, die stärksten zogen am Stahl –  keinen Zoll entwich er dem Stamm. Dort haftet schweigend das Schwert.

Da wusst‘ ich, wer der war. Ich weiss auch, wem allein im Stamm das Schwert er bestimmt. O fänd‘ ich ihn hier und heut‘ – den Freund! Was je ich gelitten in grimmigem Leid,  was je mich geschmerzt in Schande und Schmach  – erjagt hätt‘ ich, was je ich verlor, was je ich beweint, wär‘ mir gewonnen.“

Zu dieser rauschhaften Stimmung des Neu-Beginns passen  zwei alte Schriften, die auch Richard Wagner inspirierten:

https://btpersp.wordpress.com/2011/01/18/einen-saal-seh-ich-heller-als-die-sonne/

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